11. Schloß-Open 2005
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Seriensieger Epishin auf alter Erfolgsspur

Der frühe Termin des diesjährigen Schloß-Opens hat die internationale Schach-Prominenz und auch lokale Stars nicht davon abgehalten, sich zahlreich anzumelden, und so war das Turnier auch dieses Jahr drei Wochen vor Start ausgebucht.

EpishinSehr viele bekannte Titelträger, hatten Interesse gezeigt, aber die meisten von Ihnen sagten aus unterschiedlichsten Gründen kurzfristig ab, was doch zu großer Enttäuschung bei den Organisatoren führte. Es spielten aber immer noch eine Handvoll starker Titelträger, die spannende Partien versprach. Stärkster Spieler in der A-Gruppe um den Sparkassencup der Kreissparkasse Halle war nach einer einjährigen Pause wieder GM Epishin, ein treuer Stammkunde, neu waren die GMs Mchedlishvilli und Gutman. Raphael Rehberg GM Svetushkin aus Moldawien hatte schon beim letztjährigen Turnier mitgespielt, GM Kalinitschew beim Turnier im Jahre 1999. Das Feld der Favoriten komplettierten IM Zupe aus Slowenien, und der starke titellose Alexander Hoffmann.

Die lokalen Hoffnungen beruhten auf den starken Jugendspielern aus Heepen, Hilverda und Dahmen, dem mehrfachen NRW-Jugendmeister Rehberg (Lippstadt), wie auch den Mindenern Eugen Kirnos und Vitali Braun (Sensationszweiter des Vorjahres). Die Wertheraner selbst traten ebenfalls mit einem Titelträger, dem Norweger FM Madsen, wie auch einigen Stammspielern aus der in der NRW-Klasse sehr erfolgreichen ersten Mannschaft an.

Dieses Jahr wurde auch wieder die online-Kommentierung auf schach.com verstärkt betrieben.

Vitali Braun In der B Gruppe war Grochtmann aus Verl der nominell stärkste Spieler, der erst für die A-Gruppe gemeldet war und dort auch schon mehrfach gespielt hat. Bedingt durch hohen DWZ-Verlust konnte er diesmal B-Gruppe spielen und nutzte die Chance gleich um seine Finanzen aufzubessern.

Lev Gutman In der ersten Runde gab es keine größeren Überraschungen. Die Favoriten setzten sich routiniert durch. Gleich in der zweiten Runde kam es zum spannenden Duell Svetushkin-Braun, was der Großmeister doch deutlich für sich entschied. In der dritten Runde kam es in einer spektakulären Partie zwischen Zupe und Svetushkin letztendlich doch zur Punkteilung, obwohl Svetushkin zwischendurch erheblichen Vorteil zu haben schien. Eine weitere Überraschung gab es in der Trainer-Schüler Partie Gutman-Hilverda (Gutman trainiert die Jugend des Heeper SK), die mit einer gerechten Punktteilung endete.

Somit führten nach drei Runden GM Epishin, GM Kalinitschew und GM Mchedlishvilli, der sich gegen den Bielefelder Kadertrainer und Kolumnisten Krallmann nach erheblicher Gegenwehr durchsetzen konnte. GM Kalinitschew gewann sehr schnell gegen den Wertheraner Schuh, Epishin gegen den Mindener Kirnos mit Großmeistertechnik im Endspiel Springer gegen Läufer.

Hilverda-MadsenIn der 4. Runde spielte GM Mchedlishvili gegen Epishin schnell Remis, während Svetushkin gegen Kalinitschew unbedingt gewinnen musste. Letzterer, ein bekannter Kämpfer, versteckte sich nicht, und wählte die holländische Verteidigung, zumal er bei einem Sieg den alleinigen ersten Platz erreichen konnte. Er versuchte im Mittelspiel in einer leicht schlechteren Stellung mit einer Kombination Komplikationen hervorzurufen und opferte eine Figur, die Svetushkin aber günstig zurückgeben konnte. Später opferte Kalinitschew noch eine Figur. Es reichte aber letztendlich nicht. Es entstand ein Endspiel Dame gegen Turm mit nur noch wenigen Sekunden auf beiden Uhren. Der Moldawier Svetushkin gewann! In der B-Gruppe führte überraschend die Jugendliche Bettina Blühbaum als Einzige das Feld mit 4 Punkten und spielte in der letzten Runde gegen Grochtmann.

Dmitry SvetushkinDirk SchuhIn der Schlussrunde der A-Gruppe einigte man sich auf Remis nach immerhin mehr als 25 Zügen in den beiden Spitzenpaarungen Epishin-Svetushkin und Gutman-Mchedishvilli. Somit erreichen alle 4 Punkte. Epishin wird Wertungssieger vor Mchedlishvilli, Svetushkin und Gutman. Ebenfalls auf 4 Punkte kommt der in seiner letzten Partie siegreiche GM Kalinitschew, genauso wie IM Zupe, und als einziger titelloser Heinemann, der sich in der letzten Runde gegen Hilverda durchsetzen konnte, dem in der Runde zuvor ein weiteres Remis gegen FM Madsen gelang. Es ist sehr selten, dass bei einem 5-Runden Turnier kein einziger Spieler 4,5 oder gar 5 Punkte erreicht! Spannung pur und viel Rechnen erforderte dann die Preisberechnung.

Mikhail MchedlishviliIn der B Gruppe gewann Grochtmann souverän in der letzten Runde gegen Bettina Blühbaum und schaffte es, den ersten Platz (nach Wertung) mit 4,5 Punkten zu erreichen. In der C-Gruppe gewann Dmitry Ehrmanntraut aus Hagen, eigentlich ein Außenseiter, das Turnier. Alfred Reuter, einziger Titelverteidiger konnte diesmal nicht ganz oben mitmischen. Bei der Siegerehrung war diesmal auch die Bürgermeisterin der Stadt Werther Frau Weike anwesend, und vergab auch einige der Preise.

Der neue Schiedsrichter Dirk Husemann war sehr resolut und sorgte strengstens für Ordnung, der langjährige Schiedsrichter Carsten Konczak spielte diesmal selbst im B-Open mit. Marion Weike und Ekki Hufendiek Am Sonntag stimmte auch das Wetter und auch die Stimmung. Der SK Werther lädt herzlichst alle wieder zum 12. Schloß-Open ein, in dem eine neue Gruppeneinteilung geplant ist, die für eine ausgeglichenere Besetzung der Gruppen und noch packendere Duelle sorgen wird! Dieses wird am 7-9. April stattfinden.

Paul-Gabriel Eleftheriadis

Die Siegerehrung (von links): Stefan Grochtmann (B-Sieger), Dimitri Ehrmanntraut (C-Sieger), Michael Henkemeier (Vorsitzender SK Werther), Heiner Temme (Kreissparkasse Halle (Westf.)), Vladimir Epishin (A-Sieger), Stefan Pfannkuch (Manager SK Werther), Marion Weike (Bürgermeisterin von Werther) und Gabriel Eleftheriadis (Spielleiter SK Werther)

Foto: Andreas Diembeck

Siegerfoto

Kinderturnier

Premiere: Die Besten Teilnehmer des erstmals im Rahmen der Schloss-Open ausgetragenen Kinder- und Jugendturniers mit Sieger Kevin-Morris Wiegand (hinten Mitte)

Foto: Andreas Diembeck

Turniersaal: Im Hauptgebäude spielen die A- sowie die Spitzenbretter der B-Gruppe

Foto: Alexandra Buck

Turniersaal

Turniersaal

Herrenhaus: Im Nachbargebäude des Schlosses spielt ein Teil der B- und die C-Gruppe.

Foto: Alexandra Buck

Idylle im Wintergarten: Das letzte Brett bekommt zum Trost den schönsten Platz im Schloss.

Foto: Jürgen Frambach-Sahrhage

Das letzte Brett


update: 03.11.2005 Home © SK Werther 1949 e.V.