10. Schloß-Open 2004
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GM Tamaz Gelashvili siegt bei den 10. Schloß-Open in Werther

Immer wieder sind die Wertheraner Schloß-Open gut für Überraschungen. Bei der zehnten Auflage galt dies zwar weniger für den georgischen Großmeister Tamaz Gelashvili, der sich als zweiter der Setzliste den Pokal holte, ganz sicher aber für den Mindener Vitali Braun, der nach einem furiosen Finish auf dem punktgleichen zweiten Platz landete.

Nachdem im Vorjahr mehrere Titelträger mit last-minute-Absagen an den Nerven der Organisatoren zerrten, trafen diesmal alle eingeladenen Stars auch ein und somit tummelten sich 15 Titelträger unter den insgesamt 200 Teilnehmern.

BrettEine große Zahl neuer Gesichter vornehmlich aus dem osteuropäischen Raum prägte von Beginn an des Geschehen an den Spitzenbrettern. Den spektakulärsten Start legte der ukrainische GM Vladimir Baklan hin, der den gegnerischen König nach einem Läuferopfer mitten auf dem Brett mattsetzte (siehe Diagramm). Danach musste er allerdings zweimal ins Remis einwilligen, so dass am Ende nur Platz fünf für den Topgesetzten heraussprang. Glücklicher agierte dagegen sein georgischer GM-Kollege Tamaz Gelashvili. Der 25-jährige, der nach abgeschlossenem Wirtschaftsstudium nun erstmal als Schachprofi durch die Welt reisen will, siegte in den ersten drei Runden mit sicherem Stil. In einem dramatischen Zeitnotduell rang er in der vierten Runde GM Vadim Malakhatko aus einer Verluststellung heraus nieder und hatte damit die Vorentscheidung herbeigeführt. Ein Remis im finalen fünften Durchgang würde ihn uneinholbar als Gesamtsieger feststehen lassen. Es durfte nicht verwundern, das es dann auch so kam: Nach knapp zwanzig Zügen reichten sich Gelashvili und GM Svetushkin über ihren „Betonstellungen“ zum beiderseitigen Glückwunsch über die erreichten ersten beziehungsweise dritten Plätze die Hände.

Dazwischen schob sich einer, der von seiner Wertungszahl her eher zu den Punktelieferanten der hohen Tiere zählte und nach einem Remis zum Auftakt „nie im Leben“ mehr mit diesem Erfolg gerechnet hätte. Der Mindener Vitali Braun nutzte in der vierten Runde den Vorteil eines Läuferpaares gegen IM Vitali Kunin, setzte sich in der Schlussrunde mit etwas Glück gegen den für den ausrichtenden SK Werther gemeldeten IM Davit Shengelia durch und durfte anschließend unter riesigem Applaus den Preis für den Zweitplazierten entgegennehmen.

In der B-Gruppe unter DWZ 1950 holte sich der Wadersloher Peter Tumulla durch einen Sieg in der Schlussrunde gegen den bis dahin führenden Finnen Matti Kinnunen mit 4,5 Punkten die Siegertrophäe. In der C-Gruppe unter DWZ 1600 überzeugte Alfred Reuter vom SV Werries mit einem verlustpunktfreien Durchmarsch.

Nur scheinbar gelangweilt drehte Schiedsrichter Carsten Konczak seine Runden durch die Spielsäle – es gab für ihn schlicht nichts zu schlichten, in bekannt „dichter“ aber friedlicher Atmosphäre gingen die drei Spieltage konfliktfrei über die Bühne.
Die veranstaltende SK Werther lädt alle Teilnehmer herzlich zu den nächsten Schloß-Open ein, die wieder eine Woche vor Ostern vom 18. bis 20. März 2005 stattfinden.

Andreas Diembeck

Siegerfoto

Die neuen drei Könige aus Werther: In der Bildmitte nehmen GM Tamaz Gelashvili, Peter Tumulla und Alfred Reuter (von links) die Siegerpokale in Empfang. Am rechten Bildrand gratulieren Günter Ludewig vom Hauptsponsor Kreissparkasse Halle und Werner Köhme vom Co-Sponsor EWG. Das frischgebackene Führungsduo des SK Werther, Marco Suchland (2. Vorsitzender) und Michael Henkemeier (1. Vorsitzender) (am linken Bildrand von links) ehrten nicht nur die Sieger des Jubiläumsturniers, sondern auch die zahlreichen Helfen und Organisatoren, allen voran Mitbegründer und Ex-Präsident Claus Meyer (ohne Foto), die das Turnier in den vergangenen 10 Jahren mit aufgebaut haben.    Foto: Andreas Diembeck


update: 01.05.2004 Home © SK Werther 1949 e.V.